ESSENER INITIATIVE DER ZAHNÄRZTE e.V.

Mundgesundheit

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Wurzelbehandlung:
nur ein notwendiges Übel?


Was bedeutet eigentlich „Wurzelbehandlung“?

Der Begriff Wurzelbehandlung (Fachausdruck: Endodontie) bezieht sich auf die Behandlung des Zahnnerven im Inneren des betreffenden Zahnes (Endodont) und ist ein Versuch, den Zahn dauerhaft und entzündungsfrei im Mund des Patienten zu erhalten.

 

Tut eine Wurzelbehandlung weh?

Nein!
In den allermeisten Fällen kann die Behandlung des betroffenen Zahnes durch eine gezielte Betäubung absolut schmerzfrei gestaltet werden. Leichte Druck- oder Aufbißschmerzen für die nächsten Tage können allerdings nicht immer vermieden werden. Die kurzfristige Einnahme von Schmerzmitteln kann hier Linderung verschaffen.

 

Warum ist überhaupt eine Wurzelbehandlung notwendig?

Wenn ein Zahnnerv stark entzündet, oder abgestorben ist und sich im Bereich der Wurzelspitze ein Entzündungsherd gebildet hat, ist eine Wurzelbehandlung erforderlich, um zu versuchen, den Zahn zu erhalten.

Die Wurzelbehandlung wird üblicherweise unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Zunächst wird der Zahn aufgebohrt und das erkrankte Nervgewebe aus den Wurzelkanälen entfernt. Die „geleerten“ Wurzelkanäle werden daraufhin mit Hand und/oder maschinenbetriebenen Feilen behutsam bis auf eine bestimmte Größe erweitert und geglättet. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten werden die Kanäle mit desinfizierenden Lösungen gespült und abschließend getrocknet. Evtl. sind vorübergehend Medikamenteneinlagen für mehrere Tage oder sogar Wochen nötig, um die restlichen, verbliebenen Bakterien abzutöten. Bei Beschwerdefreiheit werden die Wurzelkanäle dann mit einer plastischen Masse verschlossen. Bei sehr ungünstigen Ausgangsbefunden (wie etwa sehr stark gekrümmten und verästelten Kanälen) kann in seltenen Fällen später zusätzlich ein operativer Eingriff (Wurzelspitzenresektion) nötig werden. Zur Stabilisierung muß der Zahn abschließend, abhängig vom Zerstörungsgrad der Zahnkrone mit einer plastischen Kunststoffüllung, einem Stift mit Aufbau, oder sogar mit einer Krone versehen werden.

 

Wie groß sind die Erfolgsaussichten?

Trotz ständiger Weiterentwicklung in der Zahnmedizin sind die Erfolgsaussichten bei Wuzelbehandlungen im herkömmlichen Vorgehen, die komplett von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden, zwar gestiegen, aber mit statistischen 60-70% immer noch verbesserungsbedürftig. Neue, allerdings nicht, oder nicht vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommene Behandlungsalternativen oder -ergänzungen erhöhen die Erfolgsquote auf über 90% und „lösen“ manchen, vorher mit herkömmlichen Methoden „unlösbar“ scheinenden Fall. Die Erstattungsfähigkeit durch die privaten Krankenkassen ist allerdings in den allermeisten Fällen gegeben.

Welche zusätzlichen Techniken in Ihrer Praxis angeboten werden und was diese Kosten, können Sie vor der Behandlung erfragen.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt!